Fischgängigkeit bei Wasserkraftanlagen muss bis 2030 wiederhergestellt sein!

07.06.2017 - Fische sind darauf angewiesen, dass sie frei wandern können. In Fliessgewässern wird dies vielerorts durch Kraftwerke erschwert. Bis 2030 muss die Fischgängigkeit an den Wasserkraftanlagen in der Schweiz wiederhergestellt sein. Eine vom Bundesamt für Umwelt BAFU veröffentlichte Roadmap zeigt wichtige Schritte bei der Wiederherstellung der Durchgängigkeit, stellt bedeutende Wanderfische und deren Lebensräume vor und illustriert zeitgemässe Sanierungsprojekte.

Dämme, Wehre, Schwellen und andere Bauwerke verhindern, dass Fische wie Seeforelle, Äsche oder Nase frei stromauf- oder -abwärts wandern können. Bei vielen Fischarten sind daher die Bestände zurückgegangen. So war beispielsweise die Äsche vor dem Bau der grossen Flusskraftwerke in den Einzugsgebieten von Rhein, Rhone und Ticino sehr zahlreich, gilt jedoch mittlerweile als gefährdet. Die Äsche wandert zur Fortpflanzung stromauf und in die Unterläufe von Zuflüssen.

Bis 2030 muss gemäss Gewässerschutzgesetz die Fischgängigkeit an den Schweizer Wasserkraftanlagen wiederhergestellt werden. Das Bundesamt für Umwelt hat zu diesem Zweck eine Roadmap veröffentlicht, in der der Handlungsbedarf und einige Beispiele für bereits geschaffene Umgehungsrinnen, Fischtreppen und ähnliche Massnahmen für den sicheren Fischauf- und -abstieg zusammengestellt sind.

Die Sanierung der grossen Flusskraftwerke an Rhein, Aare, Limmat, Reuss, Rhone und Doubs geniessen die höchste Priorität, da hier die grösste Vielfalt an Fischen migriert. Insgesamt muss die Fischgängigkeit an rund 1000 wasserkraftbedingten Hindernissen wiederhergestellt werden. Zwar sind heute bereits viele Kraftwerke mit Fischaufstiegshilfen versehen, jedoch zeigt die Erfahrung, dass viele davon nicht oder nur ungenügend funktionieren. Bis 2030 erhalten die Betreiber der Kraftwerke eine Entschädigung für die getroffenen Sanierungsmassnahmen; danach werden sie die Kosten selbst tragen müssen.

Als positive Beispiele für bereits getroffene Massnahmen nennt das BAFU unter anderem das Kraftwerk Rheinfelden, wo ein 900 Meter langes und 60 Meter breites Umgehungsgerinne jährlich rund 40'000 Fischen den sicheren Durchgang gewährt. Am Kraftwerk Aarberg sorgt eine bibergängige Fischtreppe für die Verbindung zwischen der Alten Aare und dem Stau Aarberg.

Neben der Sanierung der Fischwanderwege steht auch die Revitalisierung naturnaher Gewässer auf der Agenda: Der Bund hat die Kantone zur Planung und Umsetzung von Revitalisierungsprojekten verpflichtet. Dies soll mit der Sanierung der Fischgängigkeit koordiniert werden. Wichtige Wanderrouten sollen auch für die Revitalisierung prioritär behandelt werden.
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